Fund historischer Präparate von A. mellifera mellifera

Das Ziel, die einheimische Dunkle Biene wieder unter sächsichen Imkern zu etablieren, wirft schnell die Frage auf, wie eine „echte“ Dunkle Biene denn eigentlich aussieht. Um unsere künftige Zuchtarbeit auf wissenschaftliche Grundlagen zu stellen, begaben wir uns daher bereits seit längerem auf die Suche nach Präparaten historischer Apis mellifera mellifera.

Zu unserer großen Freude wurden wir nun in der Naturhistorischen Sammlung des Senckenberg-Institutes in Dresden fündig. Trotz des Verlustes eines Großteils der Sammlung durch die Bombardierung Dresdens im Februar 1945, finden sich dort einige Dutzend Bienen aus der Zeit um 1900, also einer Zeit, wo die Einführung fremder Bienenrasse gerade erst ihren Anfang nahm. Die Tiere stammen aus der Sammlung “Hymenoptera Saxonica” von Dr. Krieger, die dieser um 1890 anlegte, sowie aus der Sammlung von Heinrich Friese, einem der wichtigsten Bienenforscher seiner Zeit. Neben den Dunklen Bienen finden sich hier sogar schon als „carnica“ gekennzeichnete Tiere, was zeigt, wie früh bereits mit der Einfuhr dieser Bienenrasse durch Imker begonnen wurde.

Teil der historischen Sammlung mit Honigbienen

Begeistert von diesem wertvollen Fund machten wir uns kürzlich mit Unterstützung der Sammlungsleiterin des Institutes daran, diese historischen Präparate auch fotografisch zu konservieren. Dazu wurde jedes Präparat so abgelichtet, dass wichtige Körpermerkmale erkennbar und, im Fall der Flügelzeichnung, auch exakt ausmessbar sind.

Mandy und Jan in der Naturhistorischen Sammlung des Senckenberg-Institutes in Dresden

Mittlerweile wurden die Fotos von unserem Zuchtkoordinator Johannes Peter begutachtet und vermessen, mit dem Ergebnis, dass es sich tatsächlich um (nach Ruttnerschen Werten) reine Apis mellifera mellifera handelt.

Wir fanden es besonders beeindruckend, wie die damals so häufigen Tiere heute als Präparate eine ausgestorbene Tierart in unserem Land zeigen, insbesondere wenn man bedenkt, dass Honigbienen, eben wegen ihrer Alltäglichkeit, nicht zu den bevorzugten Sammelobjekten damaliger Entomologen gehörten.

Wir danken dem Senckenberg-Institut für die schöne Zusammenarbeit.

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